Was ist die Kurrentschrift?
Kurrent (von lateinisch „currere“, laufen) ist die deutsche Schreibschrift, die sich im 16. Jahrhundert aus den gotischen Kanzleischriften entwickelte. Über Jahrhunderte schrieben Pfarrer, Beamte, Kaufleute und Schulkinder in Kurrent – deshalb sind Kirchenbücher, Grundbücher und Briefe bis ins 20. Jahrhundert in dieser Schrift verfasst.
Kurrent ist spitz, stark nach rechts geneigt und hat lange Ober- und Unterlängen. Es gab keine einheitliche Norm: Jede Region, jede Zeit und jeder Schreiber hatte seine Eigenheiten. Ab 1915 löste in vielen Schulen die vereinfachte Sütterlinschrift die Kurrent ab, 1941 wurde die deutsche Schrift ganz abgeschafft.
Tipps für Familienforscher
- Lies zuerst die Namen und Daten, die du schon kennst – so gewöhnst du dich an die Handschrift.
- Lateinische Wörter und Namen stehen in Kirchenbüchern oft in lateinischer Schrift mitten im Kurrent-Text.
- Vergleiche unklare Buchstaben mit anderen Stellen derselben Hand statt mit einer Tabelle.