Welche Sprache spricht man in Belgien?
Belgien hat drei Amtssprachen: Niederländisch, Französisch und Deutsch. Im Norden (Flandern) spricht man Niederländisch, im Süden (Wallonien) Französisch und ganz im Osten an der Grenze zu Deutschland Deutsch. Brüssel ist offiziell zweisprachig, im Alltag hört man dort meist Französisch.
Wo in Belgien welche Sprache gesprochen wird
Quer durch Belgien verläuft eine Sprachgrenze, die 1962 und 1963 per Gesetz festgelegt wurde. Sie trennt das niederländischsprachige Flandern im Norden vom französischsprachigen Wallonien im Süden. In jeder Gemeinde gilt genau eine Amtssprache, nur Brüssel ist zweisprachig. Im Osten, an der Grenze zu Deutschland, liegen neun deutschsprachige Gemeinden.
Ein paar Gemeinden direkt an der Grenze bieten Behördengänge auch in der anderen Sprache an. Zwei davon fallen auf der Karte auf: Voeren gehört zu Flandern, liegt aber ohne Verbindung zum übrigen Flandern zwischen Wallonien und den Niederlanden. Comines-Warneton im Westen ist umgekehrt ein französischsprachiges Stück Wallonien zwischen Flandern und Frankreich. Tippe auf eine Region, um sie zu hören.
Flandern
Niederländisch
In Belgien oft „Flämisch“ genannt. Dazu gehört auch Voeren, das zwischen Wallonien und den Niederlanden liegt.
- GoeiedagGuten Tag, typisch flämisch
- Dank uDanke, höflich
- SalutTschüss, auch in Flandern
Wallonien
Französisch
Daneben Regionalsprachen wie Wallonisch und Picardisch, im Raum Arlon auch Luxemburgisch.
- septante70 (in Frankreich: soixante-dix)
- nonante90 (in Frankreich: quatre-vingt-dix)
- le déjeunerdas Frühstück
Brüssel
Französisch und Niederländisch
Offiziell zweisprachig, alle Schilder in beiden Sprachen. Im Alltag überwiegt Französisch, Englisch ist weit verbreitet.
- BonjourGuten Tag
- DagHallo oder Tschüss auf Niederländisch
- s’il vous plaîtbitte, auch beim Überreichen
Ostbelgien
Deutsch
Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat ein eigenes Parlament in Eupen und gehört zur Region Wallonien.
- GSMdas Handy, belgisches Deutsch
- Guten Tagwie in Deutschland
- Danke schönwie in Deutschland
Belgiens drei Amtssprachen
Die meisten Belgier sprechen Niederländisch als Muttersprache, rund 40 Prozent Französisch und nur ein kleiner Teil Deutsch. Alle drei sind Amtssprachen, und es gibt eine flämische, eine französische und eine deutschsprachige Gemeinschaft mit eigenen Parlamenten, die sich um Schule und Kultur kümmern.
Die Sprachen Belgiens auf einen Blick
| Sprache | Wo | Anteil | Größte Städte |
|---|---|---|---|
| Niederländisch | Flandern (Norden), Brüssel | ~60 % | Antwerpen, Gent, Brügge, Löwen |
| Französisch | Wallonien (Süden), Brüssel | ~40 % | Brüssel, Lüttich, Charleroi, Namur |
| Deutsch | Ostbelgien, 9 Gemeinden | <1 % | Eupen, Sankt Vith |
Anteile gerundet. Belgien erhebt die Muttersprache nicht in einer Volkszählung; die Werte beruhen auf der Einwohnerzahl der Sprachgebiete und Schätzungen für Brüssel.
Ist Flämisch eine eigene Sprache?
Nein. „Flämisch“ nennt man das Niederländisch, das in Flandern gesprochen wird, und Amtssprache ist dort Niederländisch. Geschrieben wird in Belgien und den Niederlanden dieselbe Standardsprache. Gesprochen gibt es Unterschiede wie zwischen Deutschland und Österreich: Das G klingt in Flandern weicher, man begrüßt sich mit „Goeiedag“, sagt öfter höflich „u“ und nennt das Handy „gsm“. Mit „Flämisch“ sind außerdem die Dialekte Flanderns gemeint, zum Beispiel in Westflandern, die auch Niederländer nur schwer verstehen.
Wer Niederländisch lernt, kommt in Flandern also gut zurecht. Mehr zur Sprachfamilie findest du bei den germanischen Sprachen.
Welche Sprache spricht man in Brüssel?
Brüssel ist offiziell zweisprachig: Straßenschilder, Ämter und U-Bahn-Ansagen gibt es auf Französisch und Niederländisch. Im Alltag überwiegt deutlich Französisch, obwohl die Stadt mitten in Flandern liegt. Weil in Brüssel die Europäische Union und die NATO sitzen und viele Menschen aus dem Ausland dort leben, hört man auch sehr viel Englisch. Als Besucher kommst du mit Französisch am weitesten.
Ostbelgien: Deutsch als Amtssprache
Rund 80.000 Menschen leben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Osten Belgiens. Sie besteht aus neun Gemeinden: Eupen, Kelmis, Lontzen und Raeren im Norden sowie Amel, Büllingen, Burg-Reuland, Bütgenbach und Sankt Vith im Süden. Der größte Teil des Gebiets gehörte bis 1920 zu Deutschland. Heute hat es ein eigenes Parlament in Eupen und gehört zur Region Wallonien. Amts- und Schulsprache ist Deutsch, mit ein paar belgischen Eigenheiten: Das Handy heißt auch hier „GSM“.
Belgisches Französisch: septante und nonante
Das Französisch in Belgien ist dasselbe wie in Frankreich, mit ein paar Eigenheiten, die schnell auffallen. Bei den Zahlen sagt man „septante“ für 70 und „nonante“ für 90, statt „soixante-dix“ und „quatre-vingt-dix“. Die 80 heißt dagegen wie in Frankreich „quatre-vingts“. Auch die Mahlzeiten heißen anders: „le déjeuner“ ist in Belgien das Frühstück, „le dîner“ das Mittagessen und „le souper“ das Abendessen. Wer etwas überreicht, sagt „s’il vous plaît“, so wie man auf Deutsch „bitte schön“ sagt.
Neben dem Französischen gibt es in Wallonien alte Regionalsprachen wie Wallonisch und Picardisch, im Raum Arlon auch Luxemburgisch. Im Alltag sprechen sie aber nur noch wenige, meist ältere Menschen.
Kommt man in Belgien mit Englisch oder Deutsch durch?
Mit Englisch meistens ja, vor allem in Flandern und in Brüssel. Viele Flamen sprechen sehr gut Englisch, in Wallonien ist es seltener. Deutsch verstehen in Flandern manche wegen der Ähnlichkeit zum Niederländischen, in Wallonien eher wenige. Ausnahme ist Ostbelgien: Dort ist Deutsch Alltagssprache. Ein paar Wörter in der Landessprache kommen überall gut an, und in Flandern ist es höflicher, nicht zuerst Französisch zu sprechen.
Welche Sprache solltest du für Belgien lernen?
Das hängt davon ab, wohin du willst. Für die Küste, Antwerpen, Gent, Brügge oder Löwen lohnt sich Niederländisch. Für Brüssel, Lüttich, Namur und die Ardennen ist Französisch die richtige Wahl. Beide Sprachen kannst du bei Langula kostenlos lernen, mit Aussprache zu jedem Wort und Satz. Für einen Urlaub reichen oft schon ein paar Begrüßungen und höfliche Sätze. Welche Sprachen sich für Reisen besonders lohnen, zeigen die Urlaubssprachen.
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Häufige Fragen
Wie viele Sprachen spricht man in Belgien?
Belgien hat drei Amtssprachen: Niederländisch, Französisch und Deutsch. Dazu kommen Regionalsprachen wie Wallonisch und Picardisch sowie viele Sprachen von Zugewanderten, vor allem in Brüssel.
Spricht man in Belgien Englisch?
Englisch ist keine Amtssprache, wird aber besonders in Flandern und Brüssel von vielen Menschen gut gesprochen. In Wallonien kommst du mit Französisch weiter.
Ist Flämisch das gleiche wie Niederländisch?
Ja, im Kern schon. Flämisch ist das in Flandern gesprochene Niederländisch. Geschrieben wird dieselbe Standardsprache, beim Sprechen gibt es Unterschiede in Aussprache und Wortschatz, ähnlich wie zwischen Deutschland und Österreich.
Wo spricht man in Belgien Deutsch?
In Ostbelgien an der Grenze zu Deutschland. Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat rund 80.000 Einwohner in neun Gemeinden, darunter Eupen und Sankt Vith.
Welche Sprache spricht man in Brügge und Antwerpen?
Niederländisch. Beide Städte liegen in Flandern. In Brügge kommst du als Tourist auch mit Englisch gut zurecht.