Romanische Sprachen
Die romanischen Sprachen stammen vom gesprochenen Latein des Römischen Reichs ab. Heute sprechen rund 900 Millionen Menschen eine von ihnen als Muttersprache — und wer eine kann, versteht von den anderen erstaunlich viel.
Vom Latein zu den romanischen Sprachen
Grundlage war nicht das klassische Latein Ciceros, sondern das gesprochene Alltagslatein, das Soldaten, Händler und Siedler in die Provinzen des Römischen Reichs brachten. Nach dem Zerfall des Reichs entwickelte es sich in jeder Region eigenständig weiter — beeinflusst von den Sprachen, die dort vorher gesprochen wurden, und von späteren Einwanderern. So wurde aus einer Sprache eine ganze Familie. Der Name „romanisch“ kommt von Roma.
Die romanischen Sprachen im Überblick
| Sprache | Muttersprachler | wo gesprochen |
|---|---|---|
| Spanisch | ~485 Mio. | Spanien, Lateinamerika, USA |
| Portugiesisch | ~235 Mio. | Brasilien, Portugal, Angola, Mosambik |
| Französisch | ~75 Mio. | Frankreich, Belgien, Schweiz, Kanada, Afrika (als Zweitsprache) |
| Italienisch | ~65 Mio. | Italien, Schweiz, San Marino |
| Rumänisch | ~24 Mio. | Rumänien, Moldau |
| Katalanisch | ~4 Mio. (10 Mio. Sprecher) | Katalonien, Valencia, Balearen, Andorra |
| Galicisch | ~2,5 Mio. | Galicien |
| Sardisch | ~1 Mio. | Sardinien |
| Okzitanisch | < 1 Mio. | Südfrankreich |
| Rätoromanisch | ~0,06 Mio. | Graubünden (Schweiz) |
So ähnlich sind die Wörter
Am deutlichsten sieht man die gemeinsame Herkunft an Wörtern, die schon im Latein da waren:
| Latein | Spanisch | Portugiesisch | Französisch | Italienisch | Rumänisch |
|---|---|---|---|---|---|
| nox, noctem (Nacht) | noche | noite | nuit | notte | noapte |
| lingua (Zunge, Sprache) | lengua | língua | langue | lingua | limbă |
| octo (acht) | ocho | oito | huit | otto | opt |
| lac, lactem (Milch) | leche | leite | lait | latte | lapte |
Was die romanischen Sprachen gemeinsam haben
Substantive haben zwei Geschlechter, männlich und weiblich — das Neutrum des Lateinischen ist bis auf Reste verschwunden. Statt der lateinischen Fälle zeigen Präpositionen und die Wortstellung, wer was tut. Verben werden stark nach der Person gebeugt, deshalb fällt das Subjektpronomen im Spanisch, Italienisch und Portugiesisch oft weg: hablo heißt schon „ich spreche“. Das Französisch ist hier die Ausnahme — dort hört man die Endungen oft nicht mehr, und das je, tu, il muss stehen bleiben.
Das Rumänisch ist ein Sonderfall: Es hat sich getrennt von den anderen entwickelt, viele slawische Wörter aufgenommen, einen Teil der lateinischen Fälle bewahrt und hängt den Artikel hinten an: lup ist „Wolf“, lupul „der Wolf“.
Welche romanische Sprache zuerst lernen?
Für den Anfang eignet sich Spanisch besonders gut: Man spricht es fast so, wie man es schreibt, und es öffnet über 20 Länder. Italienisch ist ähnlich klar in der Aussprache. Französisch ist in der Rechtschreibung schwieriger, weil viele Buchstaben stumm bleiben. Wer eine romanische Sprache kann, lernt die zweite deutlich schneller — besonders Spanisch und Portugiesisch liegen geschrieben sehr nah beieinander.
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Häufige Fragen
Welche Sprachen sind romanische Sprachen?
Die großen romanischen Sprachen sind Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch und Rumänisch. Dazu kommen kleinere wie Katalanisch, Galicisch, Okzitanisch, Sardisch und Rätoromanisch.
Warum heißen sie romanische Sprachen?
Weil sie vom Latein des Römischen Reichs abstammen — „romanisch“ kommt von Rom.
Welche romanische Sprache hat die meisten Sprecher?
Spanisch, mit rund 485 Millionen Muttersprachlern. Danach folgt Portugiesisch, vor allem wegen Brasilien.
Ist Englisch eine romanische Sprache?
Nein. Englisch ist eine germanische Sprache, hat aber sehr viele Wörter aus dem Französischen und Lateinischen übernommen.
Welche romanische Sprache ist am leichtesten?
Für Deutschsprachige gelten Spanisch und Italienisch als besonders zugänglich, weil man sie weitgehend so ausspricht, wie man sie schreibt.