Sprachen der Länder

Welche Sprache spricht man in Deutschland?

Amtssprache in Deutschland ist Deutsch. Doch zwischen Kiel und München klingt Deutsch sehr unterschiedlich: Im Norden sagt man „Moin“, in Bayern „Servus“, und das Brötchen heißt je nach Region Rundstück, Schrippe, Weckle oder Semmel. Dazu kommen Plattdeutsch als Regionalsprache und vier anerkannte Minderheitensprachen.

~84 Mio.Einwohner
1Amtssprache: Deutsch
1Regionalsprache: Plattdeutsch
4Minderheitensprachen

Wo in Deutschland welcher Dialekt gesprochen wird

Grob teilt man die deutschen Dialekte in drei große Gruppen. Im Norden liegt das Niederdeutsche, also Plattdeutsch. In der Mitte, von Köln und Frankfurt bis Leipzig und Dresden, spricht man mitteldeutsche Dialekte wie Rheinisch, Hessisch, Thüringisch oder Sächsisch. Im Süden folgen die oberdeutschen Dialekte: Schwäbisch und Alemannisch in Baden-Württemberg, Bairisch und Fränkisch in Bayern.

Die Karte fasst die Bundesländer zu fünf großen Räumen zusammen. In Wirklichkeit folgen Dialektgrenzen keinen Landesgrenzen, und in Städten hörst du heute oft eher eine regional gefärbte Umgangssprache als den alten Dialekt. Tippe auf eine Region, um typische Wörter zu hören.

Norddeutschland

Plattdeutsch und norddeutsches Hochdeutsch

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern · Kiel, Hamburg, Bremen, Hannover, Rostock

Hier ist Plattdeutsch zu Hause. Viele Wörter aus dem Platt benutzt man im ganzen Norden, auch wenn man sonst Hochdeutsch spricht.

  • Moin!Hallo (zu jeder Tageszeit)
  • RundstückBrötchen (Hamburg)
  • schnackenreden, plaudern
Karte: Natural Earth, Bundesländer zu Dialekträumen zusammengefasst. Stark vereinfacht.

Deutsch, Plattdeutsch und vier Minderheitensprachen

Deutsch ist die einzige Amtssprache auf Bundesebene. Daneben schützt Deutschland mehrere Sprachen über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Plattdeutsch gilt dort als Regionalsprache. Dänisch, Friesisch, Sorbisch und das Romanes der Sinti und Roma sind als Minderheitensprachen anerkannt.

Dänisch hört man im Landesteil Schleswig nahe der Grenze zu Dänemark. Nordfriesisch wird in Nordfriesland und auf Helgoland gesprochen, Saterfriesisch nur noch im kleinen Saterland in Niedersachsen. Sorbisch ist eine slawische Sprache und in der Lausitz zu Hause: Obersorbisch in Sachsen, Niedersorbisch in Brandenburg. Dort stehen Ortsschilder oft zweisprachig.

Sprachen in Deutschland im Überblick

SpracheWoStatus
Deutschganzes LandAmtssprache
PlattdeutschNorddeutschlandRegionalsprache
DänischLandesteil SchleswigMinderheitensprache
NordfriesischNordfriesland, HelgolandMinderheitensprache
SaterfriesischSaterland (Niedersachsen)Minderheitensprache
ObersorbischOberlausitz (Sachsen)Minderheitensprache
NiedersorbischNiederlausitz (Brandenburg)Minderheitensprache
Romanesganzes Land (Sinti und Roma)Minderheitensprache

Status nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Einwohnerzahl gerundet.

Plattdeutsch: eine eigene Sprache im Norden

Plattdeutsch ist mehr als ein Dialekt. Es hat eine eigene Geschichte und war im Mittelalter die Handelssprache der Hanse rund um Nord- und Ostsee. Den Unterschied hörst du an vielen Wörtern: Plattdeutsch hat die sogenannte hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht. Deshalb heißt es „Appel“ statt Apfel, „Water“ statt Wasser und „maken“ statt machen.

Die Grenze zwischen „maken“ und „machen“ nennt man Benrather Linie, nach einem Stadtteil von Düsseldorf. Heute sprechen vor allem Ältere und Menschen auf dem Land Platt. Aus dem Plattdeutschen stammen aber viele Wörter, die man im ganzen Norden benutzt, etwa „schnacken“ für reden oder „lütt“ für klein. Und das „Moin“ hörst du dort zu jeder Tageszeit.

Westen und Mitte: Rheinisch, Ruhrdeutsch, Hessisch

Im Rheinland um Köln und Düsseldorf ist Rheinisch zu Hause. Wer im Karneval mitfeiert, ist ein „Jeck“. Im Ruhrgebiet hat sich eine eigene Umgangssprache entwickelt, das Ruhrdeutsch. Wer hart arbeitet, der „malocht“. Das Wort kommt ursprünglich aus dem Jiddischen.

In Hessen begrüßt man sich mit „Gude“, und in Frankfurt trinkt man „Ebbelwoi“, also Apfelwein. Weiter südwestlich folgen Pfälzisch und Saarländisch, die schon zu den Dialekten an der Grenze zu Frankreich gehören.

Der Osten: Berlinisch, Sächsisch, Thüringisch

Berlinisch erkennst du sofort: „Icke“ heißt ich, „wat“ heißt was, und das Brötchen ist eine „Schrippe“. Viele Berliner Wörter haben sich im ganzen Umland verbreitet.

Sächsisch gilt als einer der bekanntesten deutschen Dialekte. Typisch sind weiche Konsonanten, aus P wird oft B und aus T wird D. Statt „ja“ sagt man in Sachsen gern „nu“. Thüringisch ist eng mit dem Sächsischen verwandt und klingt für Ohren von außen recht ähnlich.

Der Süden: Schwäbisch, Alemannisch, Bairisch

In Baden-Württemberg spricht man Schwäbisch und, im Südwesten um Freiburg, Alemannisch. Das Alemannische ist mit dem Schweizerdeutschen verwandt. Typisch für das Schwäbische ist die Verkleinerung auf „-le“: das Häusle, das Weckle. Und wer arbeitet, der „schafft“, auf Schwäbisch „schaffe“. Zum Abschied sagt man „Ade“.

In Bayern ist Bairisch zu Hause, das auch in Österreich gesprochen wird. Man grüßt mit „Grüß Gott“ oder „Servus“, wobei Servus auch zum Abschied passt. Im Norden Bayerns, in Franken um Nürnberg, spricht man dagegen Fränkisch, und das klingt deutlich anders als das Bairische in München.

Brötchen und Begrüßung nach Region

RegionBrötchenBegrüßung
NorddeutschlandRundstückMoin
BerlinSchrippeTach
HessenWeckGude
SchwabenWeckleGrüß Gott
BayernSemmelGrüß Gott, Servus

Vereinfacht. Viele Wörter sind über die genannten Regionen hinaus verbreitet.

Wo spricht man das beste Hochdeutsch?

Hochdeutsch heißt so, weil es aus den Dialekten des höher gelegenen Südens und der Mitte stammt, nicht weil es besonders vornehm ist. Die Standardsprache, die du in Nachrichten hörst, ist eine Schriftsprache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Kein Dialekt entspricht ihr genau.

Am nächsten kommt ihr nach verbreiteter Meinung die Aussprache in Norddeutschland, oft wird die Gegend um Hannover genannt. Der Grund: Im Norden sprach man früher Plattdeutsch und lernte Hochdeutsch fast wie eine Fremdsprache, nach der Schrift. Doch auch im Norden gibt es typische Färbungen, etwa „Tach“ statt Tag.

Plattdeutsch lernen

Wenn du das Deutsch im Norden besser verstehen willst, ist Plattdeutsch ein guter Anfang. Auf Langula kannst du Plattdeutsch kostenlos lernen, mit Audio für jedes Wort und jeden Satz. Wie unterschiedlich Deutsch in anderen Ländern klingt, zeigen die Seiten über die Schweiz und Belgien weiter unten.

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Häufige Fragen

Welche Sprache spricht man in Deutschland?

Deutsch ist die Amtssprache. Dazu kommen Plattdeutsch als Regionalsprache sowie Dänisch, Friesisch, Sorbisch und Romanes als anerkannte Minderheitensprachen.

Wie viele Dialekte gibt es in Deutschland?

Eine genaue Zahl gibt es nicht, weil Dialekte fließend ineinander übergehen. Grob unterscheidet man drei große Gruppen: Niederdeutsch im Norden, Mitteldeutsch in der Mitte und Oberdeutsch im Süden, jeweils mit vielen Untergruppen.

Ist Plattdeutsch eine eigene Sprache?

Ja, Plattdeutsch ist als Regionalsprache anerkannt. Es hat die hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht und klingt deshalb oft dem Niederländischen und Englischen ähnlicher: „Water“ statt Wasser, „maken“ statt machen.

Wo spricht man das reinste Hochdeutsch?

Nach verbreiteter Meinung in Norddeutschland, oft wird Hannover genannt. Ganz ohne regionale Färbung spricht man aber nirgends.

Was heißt „Moin“?

„Moin“ ist der typische Gruß in Norddeutschland. Man sagt ihn zu jeder Tageszeit, nicht nur morgens.

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