good night
gud NEITGute Nacht
Gute Nacht ist bei uns kein Gruß, sondern ein Schlusspunkt: Du sagst es beim Zubettgehen oder wenn du so spät aufbrichst, dass danach niemand mehr wach ist. Bei Kindern hängt meist ein Schlaf gut daran. Die meisten Sprachen behandeln das genauso, und fast alle formulieren dabei einen Wunsch, den man wörtlich übersetzen kann. Genau dort werden die Unterschiede sichtbar – die einen wünschen Ruhe, die anderen ein gutes Erwachen.
good night
gud NEITGute Nacht
In fast jeder Sprache trennt sich der Nachtgruß von den Tagesgrüßen: Du begrüßt damit niemanden. Im Spanischen ist das anders – buenas noches begrüßt am späten Abend und verabschiedet beim Schlafengehen, weil die Nacht dort sprachlich früher beginnt. Wer aus Österreich kommt, greift deshalb in Spanien oft zur falschen Formel und wünscht jemandem mitten im Lokal eine gute Nacht.
Bei uns gibt es dafür eine Zwischenstufe, die anderswo fehlt: Schönen Abend noch beim Gehen, Gute Nacht erst, wenn der Tag wirklich vorbei ist. Im Koreanischen steckt die Höflichkeit dagegen im Verb: 안녕히 주무세요 enthält die respektvolle Form von schlafen und gilt Älteren gegenüber, nicht unter Gleichaltrigen, wo eine kürzere Variante üblich ist.
Das Niederländische welterusten sagt nichts über die Nacht, sondern über die Erholung: gut ausruhen. Im Russischen wünscht спокойной ночи eine ruhige Nacht, und zwar im Genitiv, weil das Verb wünschen mitgedacht wird. Das Kroatische laku noć wünscht eine leichte Nacht, und das polnische dobranoc ist so oft gesagt worden, dass die beiden Wörter zu einem zusammengewachsen sind.
Am ausführlichsten ist das Arabische: تُصْبِحُ عَلَى خَيْرٍ heißt sinngemäß mögest du im Guten erwachen – der Wunsch zielt auf den Morgen danach, nicht auf die Nacht selbst. Das syrische تصبح على خير ist dieselbe Formel im Alltagsgewand. Auch das finnische hyvää yötä steht nicht im Grundfall, sondern im Partitiv, den Wünsche in dieser Sprache verlangen.
laku noć endet auf ć, ein weiches tsch, das die Zunge weiter vorne bildet als unser tsch in Rutsche. Wir ersetzen es reflexhaft durch das harte tsch, und im Kroatischen fällt das auf, weil die Sprache zwei verschiedene tsch-Laute unterscheidet. Das italienische buonanotte verlangt dagegen ein doppeltes t, das man tatsächlich anhalten muss, sonst wird daraus ein anderes Wortgefühl.
Im Finnischen stehen in hyvää yötä mehrere Umlaute hintereinander, und alle sind lang. Das ö bildet zusammen mit dem y einen Gleitlaut, den wir im österreichischen Deutsch nicht kennen und gern in zwei Silben zerlegen. Beim japanischen おやすみなさい hilft es, gleichmäßig zu sprechen: keine Silbe wird betont, keine gedehnt, und das Wort bleibt trotz seiner Länge flach.
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