goodbye
gud-BEIAuf Wiedersehen
Zum Abschied hast du in Österreich mehr Auswahl als zur Begrüßung: Auf Wiederschaun im Geschäft, Pfiat di unter Bekannten, Servus in beide Richtungen, Baba am Telefon. Tschüss dagegen klingt hier bis heute nach Fernsehen aus dem Norden. Andere Sprachen sortieren ähnlich, nur nach anderen Kriterien: Manche unterscheiden, ob man sich bald wiedersieht, andere, wer geht und wer bleibt. Diese Seite stellt die Abschiedsformeln nebeneinander.
goodbye
gud-BEIAuf Wiedersehen
Die österreichische Standardform im Geschäft ist Auf Wiederschaun – schauen statt sehen, und das ist kein Dialektwitz, sondern die übliche Höflichkeitsformel bis hinauf in die Amtsstube. Daneben steht Pfiat di, zusammengezogen aus behüte dich Gott, also aus derselben religiösen Wurzel wie Grüß Gott. Wer beides hört, merkt schnell: Der Abschied ist bei uns nach Vertrautheit gestaffelt, nicht nach Tageszeit.
Im Plattdeutschen übernimmt Tschüüs die Rolle, die bei uns Pfiat di und Baba spielen – ein lockeres Wort, das im Norden aber auch im Geschäft geht. Genau daran scheitert die Übertragung: Was dort neutral ist, wirkt hier zu leger. Umgekehrt klingt Auf Wiederschaun außerhalb Österreichs altmodisch, obwohl es hier schlicht die Normalform ist.
Viele Sprachen bauen den Abschied wie das Deutsche aus dem Wiedersehen: Im italienischen arrivederci steckt vedere, also sehen, im französischen au revoir das revoir, im rumänischen la revedere dasselbe. Im Russischen heißt до свидания wörtlich bis zum Sehen, und das kroatische doviđenja folgt demselben Muster. Wer eine dieser Sprachen kann, versteht die Struktur der anderen sofort.
Andere Sprachen wählen ein ganz anderes Bild. Das türkische hoşça kalın heißt sinngemäß bleib wohlauf und wird von dem gesagt, der geht; wer bleibt, antwortet mit einer anderen Formel. Das spanische adiós geht wie unser Pfiat di auf Gott zurück. Das japanische さようなら wiederum klingt so endgültig, dass man es im Alltag selten hört – unter Kolleginnen wäre es fast ein Abschied für immer.
Das kroatische doviđenja trägt mit đ einen weichen Laut zwischen dj und dsch, den wir gern zu einem harten d vereinfachen. Das französische au revoir endet nasal und ohne hörbares Schluss-r, während wir aus Gewohnheit noch eines nachschieben. Und im Dänischen liegt der Akzent von farvel auf der zweiten Silbe, far-VEL, nicht vorne, wie es das deutsche Ohr erwartet.
Im Finnischen ist näkemiin lang und gleichmäßig: Jeder Vokal zählt, das ii am Ende wird wirklich gedehnt, und betont wird trotzdem die erste Silbe – für uns ungewohnt, weil wir Länge und Betonung zusammendenken. Das polnische do widzenia besteht aus drei klaren Silben plus Vorwort, und der Akzent liegt wie fast immer im Polnischen auf der vorletzten: do wi-dsé-nja.
Die Lernsprache wählst du in der Lern-App – sie ist unabhängig von der Oberfläche.
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