good evening
gud IW-ningGuten Abend
Guten Abend ist in Österreich ein reiner Begrüßungsgruß: Du sagst ihn beim Hereinkommen, beim Gehen wird daraus Schönen Abend noch. Dazwischen liegt im Wirtshaus oft ein Grüß Gott, das auch um acht Uhr abends nicht falsch ist. In anderen Sprachen ist dieselbe Formel beides zugleich, und die Grenze zum Nachtgruß verläuft anders als bei uns. Diese Seite stellt die Abendgrüße nebeneinander.
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gud IW-ningGuten Abend
Im Französischen ist bonsoir beides: Damit betrittst du am Abend ein Lokal, und damit verabschiedest du dich auch wieder. Das italienische buonasera funktioniert genauso doppelt, während bei uns eine klare Arbeitsteilung herrscht – Guten Abend zum Kommen, Schönen Abend zum Gehen. Wer das eins zu eins überträgt, wirkt im Deutschen, als würde er beim Hinausgehen noch einmal grüßen.
Der Abend beginnt außerdem nicht überall gleich. Im Süden Europas rückt buonasera erst am späten Nachmittag nach, im Norden gilt god kveld schon, sobald es dunkel wird – und das ist im Winter kurz nach drei. In Österreich orientieren wir uns weniger am Licht als an der Uhrzeit und am Feierabend, weshalb Guten Abend hier selten vor fünf fällt.
Die slawischen Abendgrüße unterscheiden sich oft nur in einem Buchstaben, und der verrät das Geschlecht des Substantivs: Im Kroatischen heißt es dobra večer, weil večer weiblich ist, im Polnischen dobry wieczór mit männlichem Substantiv. Russisch добрый вечер und ukrainisch добрий вечір folgen dem polnischen Muster, bulgarisch добър вечер ebenso.
Das Türkische geht einen anderen Weg und stellt den Abend in die Mehrzahl: iyi akşamlar heißt wörtlich gute Abende. Diese Pluralhöflichkeit kennen wir im Deutschen nur in Resten, etwa bei beste Grüße. Im Japanischen wiederum wird こんばんは am Ende wa gesprochen, obwohl dort ein ha steht – ein Rest alter Rechtschreibung, der bis heute mitgeschleppt wird.
Die skandinavischen Formen beginnen mit einer Konsonantenfolge, die wir gern auflösen: god kveld im Norwegischen und god kväll im Schwedischen haben ein kv-, das ohne Zwischenvokal gesprochen wird. Dazu kommt das dänische godaften, wo das d in der Mitte fast verschwindet und der Akzent auf der zweiten Silbe sitzt, go-AF-ten.
Das Niederländische goedenavond verlangt einen Reibelaut am Wortanfang: Das g klingt wie unser ch in Bach, härter als alles, was wir vorne im Wort gewohnt sind. Im Griechischen ist καλησπέρα dagegen leicht zu treffen – vier Silben, Betonung auf der vorletzten, alle Vokale kurz und klar. Wer im Deutschen zu murmeligen Endsilben neigt, muss hier bewusst gegensteuern.
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