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Ein Wort, 26 Sprachen

Zahlen in 26 Sprachen

Zahlen sind das Erste, was du in einer fremden Sprache wirklich brauchst: am Markt, beim Bestellen, beim Kartenkauf. Im Österreichischen hast du dabei schon zu Hause zwei Ebenen – oans und zwoa im Dialekt, eins und zwei in der Standardsprache, und beim Zählen im Wirtshaus mischen sich beide. Diese Seite legt die Zahlen eins bis zehn nebeneinander, mit den Stellen, an denen sich Sprachen ähneln, und denen, an denen jede ihren eigenen Weg geht.

Englisch

one

wan

Zahlen

Ein Wort, 26 Sprachen

Spracheeinszweidreivierfünfsechssiebenachtneunzehn
ArabischوَاحِدWA-hidاِثْنَانiss-NAANثَلَاثَةssa-LA-ssaأَرْبَعَةAR-ba-aخَمْسَةCHAM-saسِتَّةSIT-taسَبْعَةSAB-aثَمَانِيَةssa-MA-ni-aتِسْعَةTIS-aعَشَرَةA-scha-ra
Bulgarischедноed-NOдвеDWEтриTRIчетириTSCHE-ti-riпетPETшестSCHESTседемSE-demосемO-semдеветDE-wetдесетDE-set
Chinesisch一I二AR三SAN四SSE五WU六LIO七TSCHI八BA九DJIO十SCHIR
Deutscheinszweidreivierfünfsechssiebenachtneunzehn
DänischentotretrehfireFI-afemsekssyvSÜWotteÖ-deniti
EnglischonewantwotuuthreeTHRIIfourFORfiveFEIFsixSSIKSsevenSSE-weneightEITnineNEINten
FinnischyksiÜK-sikaksiKAK-sikolmeKOL-meneljäNEL-jäviisiWII-sikuusiKUU-siseitsemänSEIT-se-mänkahdeksanKACH-dek-sanyhdeksänÜCH-dek-sänkymmenenKÜM-me-nen
FranzösischunöngdeuxDÖtroisTROAquatreKATRcinqSSANGKsixSSISSseptSSEThuitWITneufNÖFdixDISS
GriechischέναE-naδύοDI-oτρίαTRI-aτέσσεραTE-sse-raπέντεPEN-deέξιEK-siεπτάep-TAοκτώok-TOεννέαe-NE-aδέκαDE-ka
ItalienischunoU-nodueDU-etrequattroKUAT-trocinqueTSCHIN-kueseisetteSET-teottoOT-tonoveNO-wedieciDJE-tschi
Japanisch一I-tschi二NI三SAN四JON五GO六RO-ku七NA-na八HA-tschi九KJUU十DJUU
Koreanisch하나HA-na둘TUL셋SSET넷NET다섯TA-ssot여섯JO-ssot일곱IL-gop여덟JO-dol아홉A-hop열JOL
KroatischjedanJE-dandvaDWAtričetiriTSCHE-ti-ripetšestSCHESTsedamSE-damosamO-samdevetDE-wetdesetDE-set
NiederländischeentweedrieDRIvierFIRvijfFEIFzesSESSzevenSE-wenachtnegenNE-chentienTIN
NorwegischénEENtoTUtreTREHfireFI-refemFEMMsekssjuSCHÜåtteOT-teniti
PlattdeutscheentweeTWEIdreeDREIveerFEERfiefsösssövenSÖ-venachtnegenNE-genteihnTEIN
PolnischjedenJE-dendwatrzyTSCHIczteryTSCHTE-ripięćPJENTSCHsześćSCHESCHsiedemSJE-demosiemO-sjemdziewięćDSCHE-wjentschdziesięćDSCHE-sjentsch
PortugiesischumUNGdoisDOISCHtrêsTRESCHquatroKUA-trucincoSSIN-kuseisSSEISCHseteSSE-teoitoOI-tunoveNO-wedezDESCH
RumänischunuU-nudoitreipatruPA-trucinciTSCHINTSCHșaseSCHA-seșapteSCHAP-teoptnouăNO-azeceSE-tsche
Russischодинa-DINдваDWAтриTRIчетыреtschi-TI-rjeпятьPJATJшестьSCHESSTсемьSJEMвосемьWO-ssjemдевятьDJE-wjatjдесятьDJE-ssjatj
SchwedischentvåTWOAtreTREHfyraFÜ-rafemFEMMsexSEKSsjuSCHÜåttaOT-tanioNI-otioTI-o
SpanischunoU-nodosDOSStresTRESScuatroKUA-trocincoSSIN-koseisSSEISSsieteSJE-teochoO-tschonueveNUE-wediezDJESS
SyrischواحدWA-hadتنينTNEINتلاتةTLE-teأربعةAR-ba-aخمسةCHAM-seستةSIT-teسبعةSAB-aتمانيةTMA-njeتسعةTIS-aعشرةASCH-ra
Türkischbirikii-KIüçÜTSCHdörtbeşBESCHaltıal-TIyedije-DIsekizse-KISdokuzdo-KUSon
Ukrainischодинo-DINдваDWAтриTRIчотириtscho-TI-riп'ятьPJATJшістьSCHISTJсімSSIMвісімWI-ssimдев'ятьDE-wjatjдесятьDE-ssjatj
Österreichischoanszwoadreivierfünfsechssiebenachtneunzehn

oans, zwoa – und warum das System hat

Der Unterschied zwischen eins und oans ist keine Nachlässigkeit, sondern eine regelmäßige Lautentwicklung: Wo die Standardsprache ei hat, steht im bairisch-österreichischen Dialekt oft oa – oans, zwoa, daneben ocht statt acht. Kurios wird es bei neun, das im Dialekt wie nein klingt. Im Gespräch ist trotzdem klar, was gemeint ist, weil Zahlen fast nie allein stehen, sondern an einer Ware oder einer Uhrzeit hängen.

Solche Doppelgleisigkeiten gibt es auch anderswo. Im Japanischen hat vier zwei Lesungen, shi und yon, und sieben ebenso, shichi und nana; die kürzeren Formen werden gemieden, weil shi genauso klingt wie das Wort für Tod. Im Plattdeutschen wiederum stehen mit een, twee und dree Formen, die uns halb vertraut und halb englisch vorkommen.

Verwandte auf den ersten Blick

Von Lissabon bis Bukarest sind die Zahlen miteinander verwandt: das italienische tre, das rumänische trei, das französische trois und das spanische tres gehen auf dasselbe lateinische Wort zurück, und unser drei gehört über eine andere Linie dazu. Wer die Reihe einmal nebeneinander gesehen hat, kann bei einer neuen Sprache oft raten und liegt bei den kleinen Zahlen erstaunlich häufig richtig.

Die slawischen Sprachen sind untereinander noch enger beisammen: tri im Kroatischen, три im Russischen, Bulgarischen und Ukrainischen sehen praktisch gleich aus. Das Finnische fällt komplett heraus, weil es nicht indogermanisch ist – yksi, kaksi, kolme hat mit nichts in der Nachbarschaft zu tun. Dasselbe gilt für das Türkische mit bir, iki und üç.

Zahlen, die anders klingen als sie aussehen

Das Dänische ist berüchtigt: syv klingt wie süw, otte wie OD-de, und die Schreibung hilft kaum weiter. Im Französischen ist es umgekehrt tückisch – un endet nasal, deux und trois enden auf einem Vokal, während bei six und dix das x wie ein scharfes s gesprochen wird. Für uns ist die Versuchung groß, alles zu sprechen, was dasteht.

Im Chinesischen ist die Tonhöhe Teil der Zahl: 四 und 十 unterscheiden sich für unser Ohr kaum, tragen aber verschiedene Töne und bedeuten vier und zehn. Das Polnische häuft in sześć und dziewięć Zischlaute, die wir zu einem einzigen sch zusammenziehen. Und im Türkischen ist das ı in altı ein Vokal ohne Punkt, dumpfer als unser i und näher an einem unbetonten e.

Kurze Dialoge aus dem Alltag

Beim Bestellen im Kaffeehaus in Triest

  • GastDue caffè, per favore.Zwei Kaffee, bitte.
  • KellnerDue, subito.Zwei, sofort.

Am Markt in Wien

  • KundinBeş elma, lütfen.Fünf Äpfel, bitte.
  • VerkäuferBeş elma, buyurun.Fünf Äpfel, bitte sehr.

Beim Bäcker in Lyon

  • KundeTrois croissants, s'il vous plaît.Drei Croissants, bitte.
  • VerkäuferinTrois, voilà.Drei, bitte sehr.

Beim Eisstand in Split

  • GastDva sladoleda, molim.Zwei Eis, bitte.
  • VerkäuferinDeset eura, izvolite.Zehn Euro, bitte sehr.

Häufige Fragen

Was heißen oans und zwoa?
Eins und zwei im bairisch-österreichischen Dialekt. Das ei der Standardsprache wird dort zu oa, deshalb auch zwoa; geschrieben bleibt es natürlich bei eins und zwei.
Warum meidet man im Japanischen die Zahl vier?
Weil eine der beiden Lesungen, shi, genauso klingt wie das Wort für Tod. Im Alltag greift man deshalb häufiger zu yon, bei sieben aus ähnlichem Grund zu nana.
Welche Zahlen kann man sich am leichtesten merken?
Die kleinen in den romanischen und slawischen Sprachen, weil sie einander und teilweise auch dem Deutschen ähneln. Finnisch und Türkisch muss man dagegen wirklich lernen.

Lern die Sprache, nicht nur das Wort.

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