good morning
gud MOR-ningGuten Morgen
Ein einfaches „Guten Morgen“ gibt es nicht überall: Manche Sprachen haben ein eigenes Wort nur für den Morgen, andere begrüßen den ganzen Tag über mit derselben Formel. Dazu kommen Laute, die deutschen Ohren fremd vorkommen, und Betonungsmuster, die von Sprache zu Sprache völlig unterschiedlichen Regeln folgen. Hier hörst du, wie 26 Sprachen den Morgen begrüßen – mit den Ausspracheeigenheiten, auf die deutschsprachige Lernende am ehesten stoßen.
good morning
gud MOR-ningGuten Morgen
Nicht jede Sprache reserviert einen eigenen Gruß für den Morgen: Im Französischen heißt „bonjour“ eigentlich „guten Tag“ und deckt den ganzen Tag ab, ebenso das Italienische „buongiorno“. Das Polnische geht einen Mittelweg: „dzień dobry“ (guten Tag) wird mit „rano“ (morgens) ergänzt, um den Morgen eigens zu markieren.
Andere Sprachen bauen die Tageszeit direkt ins Wort: Im Arabischen bedeutet „صَبَاحُ الْخَيْرِ“ wörtlich „Morgen des Guten“, im Russischen „доброе утро“ wörtlich „gutes Morgen“ – dieselbe Struktur wie im Deutschen. Im Japanischen markiert die Endung „ございます“ in „おはようございます“ Höflichkeit gegenüber Fremden oder Vorgesetzten.
Im Arabischen trägt „صَبَاحُ الْخَيْرِ“ [sˤaˈbaːħu lˈxajri] gleich zwei ungewohnte Laute: das pharyngealisierte ص (sˤ) und den Rachenlaut ħ. Der zweite Teil, „الْخَيْرِ“, beginnt dagegen mit einem x, das deutschen Ohren vom „ch“ in „Bach“ bekannt vorkommt. Im Chinesischen bleibt die mittlere Silbe von „早上好“ [tsɑʊ̯˧˥ ʂɑŋ xɑʊ̯˨˩˦] tonlos, nur die äußeren beiden Silben tragen einen Ton.
Im Polnischen wird jedes der drei Wörter in „dzień dobry rano“ [ˈdʑeɲ ˈdɔbrɨ ˈranɔ] einzeln betont; bei den zweisilbigen Wörtern „dobry“ und „rano“ liegt der Akzent wie im Polnischen üblich auf der vorletzten Silbe. Im Russischen liegt die Betonung bei „доброе утро“ [ˈdobrəjə ˈutrə] dagegen auch auf der jeweils ersten Silbe – anders als im Polnischen folgt sie dort aber keiner festen Regel und muss für jedes Wort einzeln gelernt werden.
Beim Türkischen „günaydın“ [ɟynajˈdɯn] betonen Deutschsprachige oft die erste Silbe – korrekt ist aber die letzte, „dın“. Auch der weiche Anlaut, ein palatalisiertes g, wird häufig wie ein hartes deutsches g gesprochen und klingt für türkische Ohren dann ungewohnt hart.
Im Italienischen sprechen Deutschsprachige „buongiorno“ [bwonˈdʒorno] oft mit einem deutschen j-Laut statt des weichen dʒ wie im englischen „job“. Und wer glaubt, „bonjour“ oder „buongiorno“ seien reine Morgengrüße, wird überrascht: Beide bleiben auch nachmittags korrekt, während ein deutsches „Guten Morgen“ nach elf Uhr befremdlich wirkt.
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