excuse me
iks-KJUUS miEntschuldigung
„Entschuldigung“ ist im Deutschen ein Allrounder: Du sagst es, wenn du jemandem auf den Fuß trittst, und genauso, wenn du eine Fremde nach dem Weg fragst. Andere Sprachen trennen das schärfer: Im Portugiesischen bittet „com licença“ eher um Platz als um Verzeihung, im Englischen holt „excuse me“ nur Aufmerksamkeit. Hier hörst du das Wort in 26 Sprachen – mit Lautschrift für deutsche Ohren und den Fehlern, die Deutschsprachige beim Nachsprechen am häufigsten machen.
excuse me
iks-KJUUS miEntschuldigung
„Entschuldigung“ hat vier Silben, betont wird die zweite: ent-SCHUL-di-gung, in Lautschrift [ɛntˈʃʊldɪɡʊŋ]. Das „sch“ klingt wie in „Schule“, das „u“ ist kurz, und am Ende steht ein „ng“ wie in „lang“ – ohne hörbares „g“ danach. In der Zeile Deutsch oben kannst du es dir anhören.
Im schnellen Alltag fällt die erste Silbe oft weg: „’tschuldigung“. Höflicher und förmlicher ist „Entschuldigen Sie“, und wer einen echten Fehler bedauert, sagt eher „Es tut mir leid“.
Im Deutschen deckt „Entschuldigung“ Apologie und Höflichkeitsfloskel gleichzeitig ab. Andere Sprachen trennen stärker: Das Französische „pardon“ steht eher für echte Verzeihung. „Com licença“ bedeutet wörtlich „mit Erlaubnis“ – man bittet ums Durchlassen, nicht um Vergebung, etwa im vollen Bus.
Im Englischen sagst du zum Ansprechen „excuse me“, nicht „sorry“ – das bleibt der echten Entschuldigung vorbehalten. Auch im Polnischen deckt „przepraszam“ beides ab, ähnlich breit wie im Deutschen: beim Anrempeln in der Straßenbahn genauso wie bei der Frage nach dem Weg.
Am Russischen „извините“ fällt Deutschen die Betonung schwer: Sie liegt auf der dritten Silbe, -ni-, nicht auf der ersten wie bei „Entschuldigung“. Dazu kommen weiche Konsonanten (vʲ, nʲ), die es im Deutschen nicht gibt. Beim Polnischen „przepraszam“ treffen am Wortanfang zwei Konsonanten hart aufeinander (p und ein scharfes sch), ohne Vokal dazwischen; betont wird die mittlere Silbe -pra-.
Beim Portugiesischen „com licença“ stecken zwei Nasalvokale (õ, ẽ), die im Deutschen fehlen. Das Dänische „undskyld“ betont die erste Silbe, doch das geschriebene k klingt gesprochen weich wie ein g; wer es hart wie im deutschen „Kunst“ spricht, klingt zu scharf. Angenehm einfach dagegen: Das Plattdeutsche „Schüll“ nutzt denselben ü-Laut wie im deutschen „Müll“.
Der häufigste Fehler ist die Wortwahl, nicht die Aussprache: Wer im Englischen jemanden auf der Straße anspricht, aber „sorry“ statt „excuse me“ sagt, klingt, als hätte er etwas kaputt gemacht. Beim französischen „pardon“ sprechen Deutschsprachige gern ein hörbares n am Ende mit, wie in „Bonbon“ – im Französischen bleibt es ein reiner Nasalvokal ohne folgenden Konsonanten.
Beim polnischen „przepraszam“ schieben viele einen Vokal zwischen die Anfangskonsonanten und sagen „puscheprascham“ – im Original folgen p und rz direkt aufeinander. Beim Türkischen „affedersiniz“ betonen Deutschsprachige reflexhaft die erste Silbe; betont wird aber die dritte, -der-.
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